VfB Stuttgart - 1.FC Köln 0:2
Um sich einmal des Boulevard-Jargons unser aller liebsten Tageszeitung zu bedienen: Jot es, wenn wegen Stadionumbaus Heim- und Gästeblock in ein und derselben Kurve liegen, was sich für die Stimmung von Anfang an als sehr zuträglich erwies. Dress es, wenn sich zwei Minuten vor Anpfiff eine kleine Delegation BWL-Studenten in die Reihe vor einen verirrt. Das liegt weniger an ihrem an den Tag gelegten Desinteresse am Lieblingssport der Arbeiterklasse, viel mehr stört die durch die Herkunft aus reichem Elternhause und die kostspielige gute Ernährung während der entscheidenden Wachstumsphase bedingte Körpergröße die Sicht der sich dahinter befindlichen und eigentlich Anteil am Spielgeschehen nehmenden Lumpenproletarier schon arg. Doch bereits die kräftige Bierdusche beim 0:1 wird den bebrillten Nachwuchsmanagern die leicht angerauhte Etikette ihrer Umgebung vergegenwärtigt haben. Und da es kam, wie es kommen musste, da man sich nunmal in Stuttgart befand, wo der örtliche VfB den Begriff ‘Angstgegner’ hinsichtlich des 1.FC Köln erfunden haben könnte, machte die Gewissheit des ersten Saisonsieges nach dem zweiten Treffer die Anwesenheit der Jungliberalen beinahe vergessen. Vielleicht werden wir künftig doch noch am Ligageschehen teilhaben dürfen, immerhin hat die wahnsinnig scherzhafte Frage, was denn der Unterschied zwischen dem FC und einem Ü sei, bereits an Funktionalität verloren, da der Fußballclub seit gestern vier Punkte sein Eigen nennen kann. So darf es weitergehen. In diesem Sinne: Yuppies aus der Kurve, damit die Kurve lebt. Und wenn wir schon dabei sind, Nazis gleich mit.
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