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            <title>Brot statt Böller</title>
            <link>http://www.viervierzwei.de/index.php?mode=viewid&amp;post_id=140</link>
            <pubDate>10 Jan 2012 07:57:20 pm GMT +</pubDate>
            <category>Kapitel</category>
            <guid>http://www.viervierzwei.de/index.php?mode=viewid&amp;post_id=140</guid>
            <description>[imgl]http://www.viervierzwei.de/images/Jul08.jpg[/imgl][i]Aus der letzten kölsch live-Ausgabe.[/i]

Viele wussten es ja schon immer, aber jetzt haben wir es alle schwarz auf weiß: Wer zum Fußball geht, riskiert Leib und Leben. Denn laut Jahresbericht der Zentralen Informationsstelle Sporteinsätze (ZIS) zur vergangenen Saison war das Risiko noch nie, zumindest in den vergangenen zwölf Jahren, so groß, als Versehrter vom Stadionbesuch zurückzukehren. Die schockierende Zahl von 846 verletzten Personen in den ersten beiden Ligen, darunter 603 Zuschauer, steht zu Buche. Zwar ist sicherlich jeder einzelne körperliche Schaden einer zuviel, aber vor dem Hintergrund, dass dieser Berechnung Begegnungen mit über 17 Millionen Besuchern zugrunde liegen, kann sich jeder halbwegs mathematisch begabte Mensch die statistische Bedrohung für das eigene Wohl selbst ausrechnen. Da das mit der mathematischen Begabung aber so eine Sache ist, sage ich mal: überschaubar.

Dummerweise fällt die Veröffentlichung besagten Jahresberichts genau in eine Zeit, in der nicht zuletzt die Auftritte des ein oder anderen ehemaligen DDR-Oberligisten in den ersten Pokalrunden ein gewohnt differenziertes Medienecho heraufbeschworen haben, das Funktionäre, Polizeisprecher und Stammtische landesweit wieder von drakonischen Strafen zwischen “alles verbieten” und “Rübe ab” schwärmen lässt. Doch die in Funk und Fernsehen viel gescholtenen “Unverbesserlichen”, die “sogenannten Fans”, haben in der Tat einen “Bärendienst geleistet”. Denn zur Zeit gehört zu jedem wohlgestalteten Zeitungsbericht über ausufernde Fußballkrawalle wieder ein Foto von einem mit Seenotrettungssignalen illuminierten Fanblock. Und das, obwohl in mir in der jüngeren Vergangenheit die Hoffnung keimte, dass die müßige Pyrotechnik-Debatte allseits auf ein erträgliches Niveau heruntergekocht wurde. Weg von Pyro-Randale, hin zu Lausbübeleien. Nicht nur ein grundentspannter ZDF-Kommentator Oliver Schmidt trug beim Länderspiel Deutschland - Belgien dazu bei, auch die in den vergangenen Monaten verhängten Geldstrafen seitens des sonst so gestrengen DFB-Gerichtshofes erinnerten weniger an vernichtende Urteile als an ‘ohne Abendessen ins Bett’, wenn es eh Kuttelsuppe gegeben hätte.

Doch damit ist wohl erstmal Schluss, und jetzt herrscht wieder eine Atmosphäre, in der ein Heribert Bruchhagen laut darüber nachdenken darf, ob man bekennende Ultras aufgrund ihrer Gesinnung von Fußballspielen auszuschließen sollte. Damit kann er doch gleich mal in Frankfurt anfangen, die dortige Fanszene ist ja für ihr phlegmatisches Verhalten bekannt und wird dann sicher geschlossen zu Hause bleiben, wenn der Herr Vorstandvorsitzende die Dauerkarten einkassiert hat. Auch die “echten Fans” werden sich bedanken, schließlich zahlen sie die inzwischen horrenden Eintrittspreise nicht zuletzt auch, um von ihren gemütlichen Plätzen aus die “Unbelehrbaren” bei ihrem Tun zu bestaunen, denn, seien wir doch mal ehrlich, gerade bei brisanten Begegnungen erwartet auch der gediegene Stadionbesucher geladene Atmosphäre und knisternde Luft, und diese riecht eben nicht nach Eierkuchen, sondern auch mal nach unverhohlener Aggression und verbranntem Feuerwerk.

Apropos brisante Begegnungen, wenn diese Zeilen gedruckt sind, kann der Leser bereits auf das sicherlich wie eh und je ruhmreich verlaufene Derby zurückblicken, welches aus schwer nachvollziehbaren Gründen auf den Freitagabend verlegt wurde. Auf Wunsch der Polizei. Da haben einige Unverbesserliche dem Fußball aber wirklich einen Bärendienst erwiesen. Aber hier soll nicht die Exekutive kritisiert werden, denn so, wie es im Augenblick aussieht, könnte an diesem Wochenende neben den Derbys an Rhein und Ruhr auch ein Castortransport anstehen. Und vom letzten wissen wir ja noch, dass die Beamten zum Schutz von Demokratie und Atomkraft allerhand Nickerchen und Mahlzeiten einbüßen und dann zu den Sportveranstaltungen ausgemergelt wie Opa nach der Gefangenschaft auftauchen. Daher bleibt zu wünschen, dass die “sogenannten Fans” dies berücksichtigen und der Staatsmacht mit Brot statt Böllern begegnen.[/i]</description>
            <content:encoded><![CDATA[<p>[imgl]http://www.viervierzwei.de/images/Jul08.jpg[/imgl][i]Aus der letzten kölsch live-Ausgabe.[/i]

Viele wussten es ja schon immer, aber jetzt haben wir es alle schwarz auf weiß: Wer zum Fußball geht, riskiert Leib und Leben. Denn laut Jahresbericht der Zentralen Informationsstelle Sporteinsätze (ZIS) zur vergangenen Saison war das Risiko noch nie, zumindest in den vergangenen zwölf Jahren, so groß, als Versehrter vom Stadionbesuch zurückzukehren. Die schockierende Zahl von 846 verletzten Personen in den ersten beiden Ligen, darunter 603 Zuschauer, steht zu Buche. Zwar ist sicherlich jeder einzelne körperliche Schaden einer zuviel, aber vor dem Hintergrund, dass dieser Berechnung Begegnungen mit über 17 Millionen Besuchern zugrunde liegen, kann sich jeder halbwegs mathematisch begabte Mensch die statistische Bedrohung für das eigene Wohl selbst ausrechnen. Da das mit der mathematischen Begabung aber so eine Sache ist, sage ich mal: überschaubar.

Dummerweise fällt die Veröffentlichung besagten Jahresberichts genau in eine Zeit, in der nicht zuletzt die Auftritte des ein oder anderen ehemaligen DDR-Oberligisten in den ersten Pokalrunden ein gewohnt differenziertes Medienecho heraufbeschworen haben, das Funktionäre, Polizeisprecher und Stammtische landesweit wieder von drakonischen Strafen zwischen “alles verbieten” und “Rübe ab” schwärmen lässt. Doch die in Funk und Fernsehen viel gescholtenen “Unverbesserlichen”, die “sogenannten Fans”, haben in der Tat einen “Bärendienst geleistet”. Denn zur Zeit gehört zu jedem wohlgestalteten Zeitungsbericht über ausufernde Fußballkrawalle wieder ein Foto von einem mit Seenotrettungssignalen illuminierten Fanblock. Und das, obwohl in mir in der jüngeren Vergangenheit die Hoffnung keimte, dass die müßige Pyrotechnik-Debatte allseits auf ein erträgliches Niveau heruntergekocht wurde. Weg von Pyro-Randale, hin zu Lausbübeleien. Nicht nur ein grundentspannter ZDF-Kommentator Oliver Schmidt trug beim Länderspiel Deutschland - Belgien dazu bei, auch die in den vergangenen Monaten verhängten Geldstrafen seitens des sonst so gestrengen DFB-Gerichtshofes erinnerten weniger an vernichtende Urteile als an ‘ohne Abendessen ins Bett’, wenn es eh Kuttelsuppe gegeben hätte.

Doch damit ist wohl erstmal Schluss, und jetzt herrscht wieder eine Atmosphäre, in der ein Heribert Bruchhagen laut darüber nachdenken darf, ob man bekennende Ultras aufgrund ihrer Gesinnung von Fußballspielen auszuschließen sollte. Damit kann er doch gleich mal in Frankfurt anfangen, die dortige Fanszene ist ja für ihr phlegmatisches Verhalten bekannt und wird dann sicher geschlossen zu Hause bleiben, wenn der Herr Vorstandvorsitzende die Dauerkarten einkassiert hat. Auch die “echten Fans” werden sich bedanken, schließlich zahlen sie die inzwischen horrenden Eintrittspreise nicht zuletzt auch, um von ihren gemütlichen Plätzen aus die “Unbelehrbaren” bei ihrem Tun zu bestaunen, denn, seien wir doch mal ehrlich, gerade bei brisanten Begegnungen erwartet auch der gediegene Stadionbesucher geladene Atmosphäre und knisternde Luft, und diese riecht eben nicht nach Eierkuchen, sondern auch mal nach unverhohlener Aggression und verbranntem Feuerwerk.

Apropos brisante Begegnungen, wenn diese Zeilen gedruckt sind, kann der Leser bereits auf das sicherlich wie eh und je ruhmreich verlaufene Derby zurückblicken, welches aus schwer nachvollziehbaren Gründen auf den Freitagabend verlegt wurde. Auf Wunsch der Polizei. Da haben einige Unverbesserliche dem Fußball aber wirklich einen Bärendienst erwiesen. Aber hier soll nicht die Exekutive kritisiert werden, denn so, wie es im Augenblick aussieht, könnte an diesem Wochenende neben den Derbys an Rhein und Ruhr auch ein Castortransport anstehen. Und vom letzten wissen wir ja noch, dass die Beamten zum Schutz von Demokratie und Atomkraft allerhand Nickerchen und Mahlzeiten einbüßen und dann zu den Sportveranstaltungen ausgemergelt wie Opa nach der Gefangenschaft auftauchen. Daher bleibt zu wünschen, dass die “sogenannten Fans” dies berücksichtigen und der Staatsmacht mit Brot statt Böllern begegnen.[/i]...</p>]]></content:encoded>
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        </item>
                <item>
            <title>1. Runde DFB-Pokal 11/12</title>
            <link>http://www.viervierzwei.de/index.php?mode=viewid&amp;post_id=139</link>
            <pubDate>01 Aug 2011 09:14:06 pm GMT +</pubDate>
            <category>Interludium</category>
            <guid>http://www.viervierzwei.de/index.php?mode=viewid&amp;post_id=139</guid>
            <description>[imgl]http://www.viervierzwei.de/images/svwiedenb11-12-1.jpg[/imgl]SC Wiedenbrück 2000 -
1.FC Köln  0:3

Wiedenbrück. In Gütersloh. In Ostwestfalen. Versprach nicht gerade die Exotik, die man sich für eine erste Pokalrunde wünscht. Aber immerhin konnte in einem lauen Spiel bei lauem Sommerwetter die nächste Runde erreicht werden. Die größte Überraschung verbarg sich allerdings im Kühlregal der Tankstelle. 'Unser Paderborner' bekommt nicht mehr wohl. Zumindest ist dieser fromme Wunsch nicht mehr auf die Dose aufgedruckt. Wo einen früher noch die beinahe poetische Produktinformation "Wie das Land, so das Bier: herzhaft, urwüchsig westfälisch. Verwurzelt in guter alter Brautradition. Wohl bekomm's." vor lauter Vorfreude auf das erfrischende Nass Purzelbäume schlagen ließ, verkündet die Verpackung heute kurz und knapp: "Urwüchsig im Geschmack". Es geht bergab mit unserer Gesellschaft. Nachdem der Tabak meines Vertrauens, Schwarzer Krauser No 1, den Satz "Diese Traditionsmischung ist all jenen Rauchern gewidmet, die einem herzhaft-männlichen Tabakgenuss den Vorzug geben." zugunsten von "Die Traditionsmischung für Raucher, die einen herzhaften Tabak bevorzugen" in der Mottenkiste der hübsch formulierten Umverpackungs-Lyrik verschwinden ließ, glaubt man nun wohl auch in Paderborn, dass ein wohlüberlegter Umgang mit Sprache den Konsumenten überfordern könnte. Pustekuchen. Wer sich gern an Suff und Qualm labt, ist anderen schöngeistigen Genüssen selten abgeneigt. Aber das hat natürlich alles recht wenig mit Fußball zu tun. Ich künftig leider auch nicht, weshalb es hier nur noch sehr selten zu neuen Reiseberichten kommen wird.</description>
            <content:encoded><![CDATA[<p>[imgl]http://www.viervierzwei.de/images/svwiedenb11-12-1.jpg[/imgl]SC Wiedenbrück 2000 -
1.FC Köln  0:3

Wiedenbrück. In Gütersloh. In Ostwestfalen. Versprach nicht gerade die Exotik, die man sich für eine erste Pokalrunde wünscht. Aber immerhin konnte in einem lauen Spiel bei lauem Sommerwetter die nächste Runde erreicht werden. Die größte Überraschung verbarg sich allerdings im Kühlregal der Tankstelle. 'Unser Paderborner' bekommt nicht mehr wohl. Zumindest ist dieser fromme Wunsch nicht mehr auf die Dose aufgedruckt. Wo einen früher noch die beinahe poetische Produktinformation "Wie das Land, so das Bier: herzhaft, urwüchsig westfälisch. Verwurzelt in guter alter Brautradition. Wohl bekomm's." vor lauter Vorfreude auf das erfrischende Nass Purzelbäume schlagen ließ, verkündet die Verpackung heute kurz und knapp: "Urwüchsig im Geschmack". Es geht bergab mit unserer Gesellschaft. Nachdem der Tabak meines Vertrauens, Schwarzer Krauser No 1, den Satz "Diese Traditionsmischung ist all jenen Rauchern gewidmet, die einem herzhaft-männlichen Tabakgenuss den Vorzug geben." zugunsten von "Die Traditionsmischung für Raucher, die einen herzhaften Tabak bevorzugen" in der Mottenkiste der hübsch formulierten Umverpackungs-Lyrik verschwinden ließ, glaubt man nun wohl auch in Paderborn, dass ein wohlüberlegter Umgang mit Sprache den Konsumenten überfordern könnte. Pustekuchen. Wer sich gern an Suff und Qualm labt, ist anderen schöngeistigen Genüssen selten abgeneigt. Aber das hat natürlich alles recht wenig mit Fußball zu tun. Ich künftig leider auch nicht, weshalb es hier nur noch sehr selten zu neuen Reiseberichten kommen wird....</p>]]></content:encoded>
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                <item>
            <title>Das Besondere sehen</title>
            <link>http://www.viervierzwei.de/index.php?mode=viewid&amp;post_id=138</link>
            <pubDate>21 May 2011 01:56:39 pm GMT +</pubDate>
            <category>Kapitel</category>
            <guid>http://www.viervierzwei.de/index.php?mode=viewid&amp;post_id=138</guid>
            <description>[imgl]http://www.viervierzwei.de/images/Jan09.jpg[/imgl]Bereits Anfang der 90er Jahre stellte der Urvater der seriösen Fanforschung, Gunther A. Pilz, die These auf, dass jeder Sport die Fans habe, die er verdient. Solange die Vorbilder der Jugend, in diesem Falle Bundesligaprofis, mit rüden Fouls und anderen Unsportlichkeiten die Gesundheit ihrer Gegenüber gefährden, darf sich niemand wundern, wenn Rücksichtnahme und Toleranz nicht zu den Primärtugenden der Zuschauern gezählt werden können. Nicht nur, dass diese mahnenden Worte wohl unerhört blieben, denn in Sachen herzlichem Umgang mit dem Gegenspieler sind keine größeren Fortschritte zu verzeichnen, durfte sich der aufmerksame Beobachter des Werbefernsehens kürzlich noch obendrein ein wahrhaft erschütterndes Bild von juristisch sehr fragwürdigen Nebeneinkünften einiger unserer Nationalspieler machen. Da nötigen die Herren Neuer, Mertesacker und Friedrich einen völlig verdutzten Hausmann an dessen Wohnungstür auf eine Art und Weise zur Abnahme eines Bezahlfernsehen-Pakets, welche sogar gestandenen Eintreibern von Moskau-Inkasso vermutlich ein anerkennendes Nicken entlockt hätte. 

Aber ganz abgesehen von den aggressiven Drücker-Methoden und dem flegelhaften Umgangston gereifteren Mitbürgern gegenüber, lässt sich über den Wahrheitsgehalt der Aussagen unserer drei Vorbilder auf Abwegen trefflich streiten. „Für wen spielen wir eigentlich, hä?“ wird der arglose Herr von Arne Friedrich provokativ angegangen. Noch bevor dieser überhaupt mit einer Antwort dienen kann, setzt ihn Per Mertesacker in Kenntnis: „Fußball muss man live gucken, Alter!“ Mag das Ganze bis hierhin noch halbwegs nachvollziehbar sein, legt zu allem Überfluss Manuel Neuer nach: „Auf Sky. Verstehste?“

Nein, ich verstehe nicht. Nicht, warum man sich an der Wohnungstür von Halbstarken in schmutzigen Trikots duzen lassen muss. Auch nicht, warum man sich Spiele von Schalke, Bremen oder Wolfsburg gegen Bezahlung im Fernsehen angucken soll. Und schon recht nicht, warum diese irregeleiteten jungen Männer tatsächlich glauben, bei der Ausübung ihres Berufes auf das Publikum eines Bezahlsenders angewiesen zu sein. Vielleicht sollten sie die Halbzeitpausen eher dafür nutzen, sich auf die zweiten fünfundvierzig Minuten vorzubereiten, um den Menschen, die tatsächlich im Stadion sind, eventuell ansprechenden Sport zu bieten, anstatt in dunklen Hausfluren wehrlosen Opfern aufzulauern. Vor gar nicht allzu langer Zeit gingen Fußballspiele noch ganz ohne Direktübertragung über die Bühne und gerieten auch damals schon zuweilen recht ansehnlich. Auch den Akteuren schien es an nichts zu mangeln, und ich kann euch versichern, dass diese bereits mit opulenten Gehaltschecks ausgestattet wurden und nicht gegen Glasperlen oder Schnitzelbrötchen ihrer Arbeit nachgingen. Leider scheint dieser Zug ein für allemal abgefahren zu sein, auch wenn die Kirch-Pleite zwischendurch noch mal einen Funken Hoffnung aufglimmen ließ, dass es auch in Zukunft beim Fußball um mehr als um Übertragungsrechte gehen könnte. Aber ein Uli Hoeneß erklärt ja immer wieder ebenso verbissen wie unaufgefordert, warum die Fernseheinnahmen auch künftig immer weiter steigen müssen und warum den Bayern der Löwenanteil davon zusteht. Weil es eben wichtig für alle ist, wie der FC Bayern im europäischen Vergleich dasteht. 

Ganz ehrlich ist für mich als Kölner ein gutes Abschneiden der Münchener in der Champions League in etwa so wichtig wie die Möglichkeit, eine Begegnung zwischen Hannover und Hoffenheim live im Fernsehen verfolgen zu können, und das womöglich noch zu einer völlig kruden Uhrzeit. Und wer ist Schuld daran, dass ein normaler Bundesligaspieltag inzwischen mehr Anstoßzeiten hat als so mancher Schreiner Finger an einer Hand? Genau: Manuel Neuer, Per Mertesacker und Arne Friedrich, weil die drei einfach auf ihre charmante Art zu viele Bezahlsender-Abos an den kleinen Mann gebracht haben. Also falls es mal an eurer Tür klingelt, ihr niemanden erwartet, aber vielleicht irgendwo gerade ein Bundesligaspiel stattfinden könnte - da man hat ja schon lange die Übersicht verloren - dann macht besser nicht auf. Es könnten drei ungehobelte junge Männer mit einem unheilvollen schwarzen Kasten sein.</description>
            <content:encoded><![CDATA[<p>[imgl]http://www.viervierzwei.de/images/Jan09.jpg[/imgl]Bereits Anfang der 90er Jahre stellte der Urvater der seriösen Fanforschung, Gunther A. Pilz, die These auf, dass jeder Sport die Fans habe, die er verdient. Solange die Vorbilder der Jugend, in diesem Falle Bundesligaprofis, mit rüden Fouls und anderen Unsportlichkeiten die Gesundheit ihrer Gegenüber gefährden, darf sich niemand wundern, wenn Rücksichtnahme und Toleranz nicht zu den Primärtugenden der Zuschauern gezählt werden können. Nicht nur, dass diese mahnenden Worte wohl unerhört blieben, denn in Sachen herzlichem Umgang mit dem Gegenspieler sind keine größeren Fortschritte zu verzeichnen, durfte sich der aufmerksame Beobachter des Werbefernsehens kürzlich noch obendrein ein wahrhaft erschütterndes Bild von juristisch sehr fragwürdigen Nebeneinkünften einiger unserer Nationalspieler machen. Da nötigen die Herren Neuer, Mertesacker und Friedrich einen völlig verdutzten Hausmann an dessen Wohnungstür auf eine Art und Weise zur Abnahme eines Bezahlfernsehen-Pakets, welche sogar gestandenen Eintreibern von Moskau-Inkasso vermutlich ein anerkennendes Nicken entlockt hätte. 

Aber ganz abgesehen von den aggressiven Drücker-Methoden und dem flegelhaften Umgangston gereifteren Mitbürgern gegenüber, lässt sich über den Wahrheitsgehalt der Aussagen unserer drei Vorbilder auf Abwegen trefflich streiten. „Für wen spielen wir eigentlich, hä?“ wird der arglose Herr von Arne Friedrich provokativ angegangen. Noch bevor dieser überhaupt mit einer Antwort dienen kann, setzt ihn Per Mertesacker in Kenntnis: „Fußball muss man live gucken, Alter!“ Mag das Ganze bis hierhin noch halbwegs nachvollziehbar sein, legt zu allem Überfluss Manuel Neuer nach: „Auf Sky. Verstehste?“

Nein, ich verstehe nicht. Nicht, warum man sich an der Wohnungstür von Halbstarken in schmutzigen Trikots duzen lassen muss. Auch nicht, warum man sich Spiele von Schalke, Bremen oder Wolfsburg gegen Bezahlung im Fernsehen angucken soll. Und schon recht nicht, warum diese irregeleiteten jungen Männer tatsächlich glauben, bei der Ausübung ihres Berufes auf das Publikum eines Bezahlsenders angewiesen zu sein. Vielleicht sollten sie die Halbzeitpausen eher dafür nutzen, sich auf die zweiten fünfundvierzig Minuten vorzubereiten, um den Menschen, die tatsächlich im Stadion sind, eventuell ansprechenden Sport zu bieten, anstatt in dunklen Hausfluren wehrlosen Opfern aufzulauern. Vor gar nicht allzu langer Zeit gingen Fußballspiele noch ganz ohne Direktübertragung über die Bühne und gerieten auch damals schon zuweilen recht ansehnlich. Auch den Akteuren schien es an nichts zu mangeln, und ich kann euch versichern, dass diese bereits mit opulenten Gehaltschecks ausgestattet wurden und nicht gegen Glasperlen oder Schnitzelbrötchen ihrer Arbeit nachgingen. Leider scheint dieser Zug ein für allemal abgefahren zu sein, auch wenn die Kirch-Pleite zwischendurch noch mal einen Funken Hoffnung aufglimmen ließ, dass es auch in Zukunft beim Fußball um mehr als um Übertragungsrechte gehen könnte. Aber ein Uli Hoeneß erklärt ja immer wieder ebenso verbissen wie unaufgefordert, warum die Fernseheinnahmen auch künftig immer weiter steigen müssen und warum den Bayern der Löwenanteil davon zusteht. Weil es eben wichtig für alle ist, wie der FC Bayern im europäischen Vergleich dasteht. 

Ganz ehrlich ist für mich als Kölner ein gutes Abschneiden der Münchener in der Champions League in etwa so wichtig wie die Möglichkeit, eine Begegnung zwischen Hannover und Hoffenheim live im Fernsehen verfolgen zu können, und das womöglich noch zu einer völlig kruden Uhrzeit. Und wer ist Schuld daran, dass ein normaler Bundesligaspieltag inzwischen mehr Anstoßzeiten hat als so mancher Schreiner Finger an einer Hand? Genau: Manuel Neuer, Per Mertesacker und Arne Friedrich, weil die drei einfach auf ihre charmante Art zu viele Bezahlsender-Abos an den kleinen Mann gebracht haben. Also falls es mal an eurer Tür klingelt, ihr niemanden erwartet, aber vielleicht irgendwo gerade ein Bundesligaspiel stattfinden könnte - da man hat ja schon lange die Übersicht verloren - dann macht besser nicht auf. Es könnten drei ungehobelte junge Männer mit einem unheilvollen schwarzen Kasten sein....</p>]]></content:encoded>
            <comments>http://www.viervierzwei.de/index.php?mode=viewid&amp;post_id=138</comments>
        </item>
                <item>
            <title>33. Spieltag 10/11</title>
            <link>http://www.viervierzwei.de/index.php?mode=viewid&amp;post_id=137</link>
            <pubDate>08 May 2011 05:31:58 pm GMT +</pubDate>
            <category>Interludium</category>
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            <description>[imgl]http://www.viervierzwei.de/images/ffm10-11-1.jpg[/imgl]Eintracht Frankfurt - 1.FC Köln  0:2

Nach dem unsäglichen Nerventerror der vergangenen Wochen war es interessant in Frankfurt mitzuerleben, dass andere mit ähnlichem Stress auch nicht besser umgehen können. Aber sind wir mal ganz ehrlich, es ist doch immer noch besser, wenn junge Menschen am Ort des Geschehens ihrem Unmut Luft verschaffen, anstatt es in sich hineinzufressen und alles bricht an ganz anderer Stelle - beispielsweise an Muttis Kaffeetafel (schließlich ist ja Muttertag) - heraus. Denn Mutti kann ja ganz sicher nichts für die Misere bei der Eintracht. Hier in Köln hat das Zittern (vorläufig) ein Ende, es bleibt nur abzuwarten, welche Graupe der Vorstand in der Sommerpause dem basserstaunten Anhang als neuen Übungsleiter präsentieren wird. Vor dem Hintergrund, dass das aber, ähnlich wie Abstiegskampf, beileibe keine neue Erfahrung sein wird, wollen wir uns doch lieber schonmal auf das schönste Spiel der ganzen Saison freuen und abwarten, welchen Gegner in der ersten Pokalrunde die Glücksfee für uns aus der blöden Platikkugel angeln wird. Ich freue mich jedenfalls schon sehr auf eine Reise mit erlauchtem Fachpublikum in die Provinz. Dann wird es hier auch wieder was zu lesen geben. Bis dahin wünsche ich ein schönes Spiel nächste Woche und eine erholsame Sommerpause. Und meiner Mutti natürlich alles Gute zum heutigen Nazifeiertag.</description>
            <content:encoded><![CDATA[<p>[imgl]http://www.viervierzwei.de/images/ffm10-11-1.jpg[/imgl]Eintracht Frankfurt - 1.FC Köln  0:2

Nach dem unsäglichen Nerventerror der vergangenen Wochen war es interessant in Frankfurt mitzuerleben, dass andere mit ähnlichem Stress auch nicht besser umgehen können. Aber sind wir mal ganz ehrlich, es ist doch immer noch besser, wenn junge Menschen am Ort des Geschehens ihrem Unmut Luft verschaffen, anstatt es in sich hineinzufressen und alles bricht an ganz anderer Stelle - beispielsweise an Muttis Kaffeetafel (schließlich ist ja Muttertag) - heraus. Denn Mutti kann ja ganz sicher nichts für die Misere bei der Eintracht. Hier in Köln hat das Zittern (vorläufig) ein Ende, es bleibt nur abzuwarten, welche Graupe der Vorstand in der Sommerpause dem basserstaunten Anhang als neuen Übungsleiter präsentieren wird. Vor dem Hintergrund, dass das aber, ähnlich wie Abstiegskampf, beileibe keine neue Erfahrung sein wird, wollen wir uns doch lieber schonmal auf das schönste Spiel der ganzen Saison freuen und abwarten, welchen Gegner in der ersten Pokalrunde die Glücksfee für uns aus der blöden Platikkugel angeln wird. Ich freue mich jedenfalls schon sehr auf eine Reise mit erlauchtem Fachpublikum in die Provinz. Dann wird es hier auch wieder was zu lesen geben. Bis dahin wünsche ich ein schönes Spiel nächste Woche und eine erholsame Sommerpause. Und meiner Mutti natürlich alles Gute zum heutigen Nazifeiertag....</p>]]></content:encoded>
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        </item>
                <item>
            <title>31. Spieltag 10/11</title>
            <link>http://www.viervierzwei.de/index.php?mode=viewid&amp;post_id=136</link>
            <pubDate>25 Apr 2011 04:02:30 pm GMT +</pubDate>
            <category>Interludium</category>
            <guid>http://www.viervierzwei.de/index.php?mode=viewid&amp;post_id=136</guid>
            <description>[imgl]http://www.viervierzwei.de/images/wob10-11-1.jpg[/imgl]VfL Wolfsburg - 1.FC Köln  4:1

Die Resignation lässt keine langatmigen Ausführungen zu. Außerdem sagt die Tabelle mehr als tausend Worte:

11. Werder Bremen 38
12. 1.FC Kaiserslautern 37
13. VfB Stuttgart 36
14. 1.FC Köln 35
15. Eintracht Frankfurt 34
16. VfL Wolfsburg 32
17. Borussia M'gladbach 29
18. FC St. Pauli 29</description>
            <content:encoded><![CDATA[<p>[imgl]http://www.viervierzwei.de/images/wob10-11-1.jpg[/imgl]VfL Wolfsburg - 1.FC Köln  4:1

Die Resignation lässt keine langatmigen Ausführungen zu. Außerdem sagt die Tabelle mehr als tausend Worte:

11. Werder Bremen 38
12. 1.FC Kaiserslautern 37
13. VfB Stuttgart 36
14. 1.FC Köln 35
15. Eintracht Frankfurt 34
16. VfL Wolfsburg 32
17. Borussia M'gladbach 29
18. FC St. Pauli 29...</p>]]></content:encoded>
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